Die geplante Fischzucht

Visualisierung der geplanten Fischzucht in der ersten Ausbaustufe beim Nordportal des Gotthard-Basistunnels (© AFRY)

Die Aufzucht und Mast von qualitativ hochstehenden Speisefischen wird die Kernaufgabe der Basis 57 nachhaltige Wassernutzung AG.

Das aus dem Nordportal des Gotthard-Basistunnels austretende, auf 14 bis 16 °C temperierte und qualitativ einwandfreie Bergwasser ist frei von Umweltbelastungen. Das bedeutet, dass wir saubere Fisch-Filets produzieren. Sauber definiert als Fische ohne Belastung mit Schwermetallen, Mikroplastik, Antibiotika und dank des warmen Wassers mit sehr wenig Energie produziert.

Die Fischzucht wird im Sinne der Nachhaltigkeit nach ökologischen Grundsätzen und den Prinzipien der tiergerechten Haltung erfolgen. Des Weiteren legt das Unternehmen grössten Wert auf Regionalität.

Im Herbst 2019 erfolgte der Spatenstich zum Bau der Fischmast. Die Inbetriebnahme ist schrittweise ab Anfang 2021 vorgesehen.

Die Baustelle

Dort, wo die Züge ins längste Eisenbahntunnel der Welt einfahren, entsteht derzeit die Indoor-Fischmast der Basis57 mit einer Produktionskapazität von 180 Jahrestonnen Zander. Die Produktionsanlage stellt dabei das Herzstück der neuen Zander-Zucht dar. Sie wird aus vier geschlossenen Wasserkreisläufen mit 30 Wasserbecken bestehen. Ausserdem werden zirka 2.5 Kilometer Rohre verlegt und 45 Kilometer Kabel gezogen.

Für diese wichtigen Arbeiten setzt die Basis57, wo immer möglich und wirtschaftlich, auf lokales Gewerbe. Die Fischmast wird ab Anfang 2021 gestaffelt in Betrieb genommen. Die ersten Umsätze aus der Fischmast erwarten wir im Verlauf des Jahres 2021.

Baustelle Fischmast Basis57 Zander-Zucht

Anlieferung der ersten Fischbecken auf der Baustelle der neuen Zander-Zucht in Erstfeld vom 23. April 2020 (© Basis57).

Das Produktesortiment

Zander

Zander bzw. Sander lucioperca (© Valentin Luthiger).

Das Produktsortiment der Basis57 wird auf mehrere Fischarten mit unterschiedlichen Zuchtbedingungen aufgeteilt, um auf Marktveränderungen reagieren zu können.

Wir produzieren grundsätzlich einheimische Fischarten, die den Konsumentinnen und Konsumenten in der Schweiz bereits bekannt sind. Diese Erkenntnis haben wir im Zusammenhang mit dem Projekt der Kommission für Technik und Innovation (KTI) und unserer Laboranlage gewonnen.

In einer ersten Phase konzentrieren wir uns auf die einheimische Fischart Zander. Später folgen weitere Fischarten. Der Zander hat folgende positiven Eigenschaften:

  • bekannter, edler Speisefisch

  • festes, grätearmes und weisses Filet

  • unverkennbarer, feiner Geschmack

Die Verarbeitung

Die in der Fischzucht produzierten Rundfische werden in den eigenen Räumen tier- und fachgerecht betäubt und getötet. Die Kunden können sie in den unterschiedlichen Verarbeitungsstadien beziehen.

  • ausgenommen
  • filetiert
  • mit Haut

  • ohne Haut

Eine Verarbeitung in Richtung Convenience Produkte ist aktuell nicht geplant, kann aber in Zusammenarbeit mit Grossabnehmern angeboten werden.

Zander-Filet ((c) Fotolia)

Die Vermarktung

Total Fisch-Konsum Schweiz

(Quelle: Proviande Schweiz)

Der Fischmarkt in der Schweiz entwickelt sich positiv und die Nachfrage nach regionalen Produkten steigt. Der Wert einer gesunden Ernährung, die veränderten Essgewohnheiten und der Respekt der Verbraucher vor Tier und Natur treffen die Philosophie der Basis 57 nachhaltige Wassernutzung AG.

Die Restriktionen gegenüber dem Fischfang steigen. Langfristig wird der Wildfang wegen Überfischung der Meere stark abnehmen. Damit kann sich unsere Fischzucht etablieren.

Prognosen und Trends:

  • Steigende Nachfrage und Preise für Fisch
  • Steigende Nachfrage nach regionalen Produkten
  • Zunehmende Restriktionen – Wildfang wird verschwinden
  • Kundenwunsch nach Individualität und persönlichen Geschäftsbeziehungen
  • Steigendes Gesundheits- und Nachhaltigkeitsbewusstsein sowie Transparenzanspruch

Herr und Frau Schweizer essen gemäss Proviande Schweiz immer mehr Fisch und Krustentiere – 8.51 Kilogramm pro Kopf waren es 2019. Die Menge, der in der Schweiz im Jahr 2019 konsumierten Fische und Krustentiere, liegt bei insgesamt 73’270 Tonnen.

Davon werden rund 98 % importiert gemäss Zahlen von Proviande Schweiz. Der Schweizer Fischkonsum ist demnach stark abhängig von Auslandlieferungen. Umso wichtiger ist nun, dass der Kauf von Produkten aus überfischten Beständen im Ausland abnimmt. Hierfür braucht es eine inländische Produktion mit konkurrenzfähigen Preisen.

Die in der Aquakultur der Basis57 produzierten Fisch-Filets werden national über Grossabnehmer und Händler sowie regional an Gastronomie, Metzgereien und Endkunden abgesetzt.

Fisch-Konsum und Fisch-Import

(Quelle: Proviande Schweiz)